Krisenseelsorge im
Schulbereich
Fortbildung der Lehrkräfte und Erzieherinnen mit Josef Zimmermann
Wenn
der Tod die Schule berührt....
Wenn
der Tod die Schule berührt, sind Lehrer und Kinder gleichermaßen
fassungslos, sprachlos, wie gelähmt. Was man in dieser Situation tun
kann, stellte Josef Zimmermann von KIS bei einer schulhausinternen
Fortbildung vor. Hinter
KIS versteckt sich die Krisenseelsorge im Schulbereich und ist ein Angebot
der katholischen Kirche in der Diözese Passau. KIS richtet sich an alle
Menschen, die innerhalb der Schule mit Tod und Trauer in Berührung
kommen.
Der Tod kündigt sich manchmal vorher an,
beispielsweise bei der kleinen Sabine, deren Mutter Krebs im Endstadium
hat. Wie soll man damit umgehen als Lehrer von Sabine? Manchmal überrollt
uns eine Todesnachricht aber auch, morgens beim Betreten des
Lehrerzimmers. Der Vater von Tobias hatte gestern einen schrecklichen
Unfall. Sofort tot. Was tun als Lehrer? Soll ich die Klasse informieren?
Mit Sabine und Tobias darüber reden? Josef Zimmermann: „Es ist
schlimmer, gar nichts zu tun, als Falsches zu tun.“ Als Lehrer sollte es
kein Problem sein, wenn ich selbst Gefühle zeige, über eigene
Erfahrungen spreche. Aber man sollte sich nicht gehen lassen vor der
Klasse. Wenn einem ein Todesfall zu nahe geht, sofort Hilfe und Unterstützung
holen, sei es von Kollegen oder von KIS oder dem staatlichen
Kriseninterventionsteam. Als Lehrer muss man jedenfalls sehr schnell
wieder handlungsfähig werden, um Schülern Klarheit, Stabilität und
Sicherheit verschaffen zu können. „Wenn man den Schülern die
Todesnachricht überbringt, dann muss man auch sagen können, jetzt könnten
wir das und jenes machen“, so Zimmermann.
Erste Orientierung bietet WINNETOU im Umgang mit
trauernden Menschen:
W: Wende dich
trauernden Menschen zu. Schenke ihnen besondere Aufmerksamkeit.
Vermittle Sicherheit.
I:
Informiere trauernde Menschen. Gib ihnen Auskunft, wenn sie Fragen
haben. Die Tatsache, dass jemand gestorben ist, sollte in einfachen Worten mitgeteilt werden.
N: Nicht
einengen, nicht bevormunden. Lass trauernde Menschen eigene Entscheidungen
treffen, z.B. bezüglich des Abschiednehmens oder was ihnen momentan gut tut.
N:
Nichts verheimlichen, nicht ausschließen, sondern einbeziehen. Lass
trauernde Menschen an allem Anteil nehmen, auch an deiner Trauer. Erkläre, warum alle Reaktionen normal
sind.
E:
Ermutige trauernde Menschen, Fragen zu stellen und eigene Gefühle zu
zeigen. Erlaube Trauernden so zu trauern, wie sie es
tun. Es gibt keine „ordnungsgemäße“ Trauer. Zeige Geduld, Toleranz,
Verständnis für Verhaltensänderungen.
T: Thematisiere
(gemeinsame) Erinnerungen an den Verstorbenen. Lass dir Geschichten erzählen,
schau Fotos an.
O: Offene und
ehrliche Gespräche sind hilfreich. Texte niemanden zu und gib keine
nichtssagenden Antworten.
U: Unternimm etwas,
wenn ein Mensch Schuldgefühle entwickelt und länger anhaltendeVerhaltensänderungen
zeigt. Sprich das Thema Schuldgefühle offen
an und relativiere, wenn nötig.
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